Thema des Weltwassertages 2026: "Water and Gender"

Am 22. März jeden Jahres rufen die Vereinten Nationen zum Weltwassertag auf, um auf die Bedeutung von Wasser als lebenswichtige Ressource aufmerksam zu machen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Water and Gender“ (Deutsch: „Wasser und Geschlecht“). Im Fokus steht die Frage, wie ein gerechter Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen sichergestellt werden kann.

Der Zugang zu sicherem Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität ist ein Grundrecht und eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit. In Deutschland gewährleistet die öffentliche Wasserwirtschaft ein hohes Versorgungsniveau – darauf können sich alle Menschen unabhängig von Lebenssituation oder sozialem Hintergrund verlassen. Die Sicherung dieser Versorgung hat höchste Priorität.

Um die hohe Qualität unserer Wasserressourcen dauerhaft zu sichern, ist der Schutz vor Belastungen entscheidend. In Deutschland stellen insbesondere Einträge von Nitrat aus der Landwirtschaft in Grund- und Oberflächengewässern eine Herausforderung für die Wasserqualität dar. Der nachhaltige und ressourceneffiziente Umgang mit Nährstoffen ist deshalb als entschiedenes Leitprinzip im Düngegesetz verankert. Ein effizienter Umgang mit Düngemitteln ist schließlich nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Dennoch wird in Deutschland und auch in anderen EU-Staaten der in der EU-Nitratrichtlinie festgelegte Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter im Grundwasser nicht flächendeckend erreicht.

Grund- und Oberflächengewässer sind eine zentrale Lebensgrundlage, Basis der Trinkwasserversorgung und ein unverzichtbares öffentliches Gut. Eine Abschwächung der Nitrat-Richtlinie oder des nationalen Düngerechts würde den hohen Stellenwert des Gewässerschutzes diskreditieren und ein falsches Signal im Angesicht einer weiterhin bestehenden Belastungssituation senden. Entscheidend zur Verminderung von Düngeeinträgen ist neben der Rechtsicherheit die konsequente Umsetzung wirksamer Maßnahmen. Dazu gehört ein verursachergerechtes und wissenschaftlich fundiertes Wirkungsmonitoring, das eine ganzheitliche Bilanzierung von Nährstoffen in landwirtschaftlichen Betrieben und somit Rückschlüsse auf die tatsächliche Wirksamkeit von Maßnahmen in der Praxis ermöglicht. 

Die Bedeutsamkeit des Gewässerschutzes verdeutlichen auch die aktuellen Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts, die den Schutz der Wasserressourcen als höchstrangige Gemeinwohlaufgabe hervorheben. Sie verlangen unter anderem die Erstellung des Nitrat-Aktionsprogramm sowie eine belastbare Ermächtigungsgrundlage für wirksame Gebietsausweisungen durch die Länder. Eine zügige Umsetzung dieser Vorgaben ist notwendig, um die Wasserqualität langfristig zu sichern. Gleichzeitig gewinnen der Klimawandel und zunehmende Nutzungskonflikte um Wasser an Bedeutung.

Bernd Hauber, Werkleiter der Bayerischen Rieswasserversorgung, erklärt: „Der Weltwassertag erinnert uns daran, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Grundrecht ist und die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe bildet. Damit wir dieses hohe Versorgungsniveau auch künftig sichern können, müssen wir unsere Wasserressourcen konsequent schützen. Dazu gehört insbesondere, Nährstoffeinträge zu reduzieren und bewährte europäische Schutzstandards wie die Nitratrichtlinie zu erhalten. Die konsequente Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie und der Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung sind wichtige Schritte, um auch künftig eine sichere Versorgung für alle zu gewährleisten.“

Der Weltwassertag 2026 verdeutlicht damit nicht nur globale Fragen von Gerechtigkeit und Zugang, sondern auch lokale Verantwortung: Eine nachhaltige Wasserwirtschaft verbindet soziale Teilhabe mit konsequentem Ressourcenschutz.

Der Weltwassertag, 1992 von der UNESCO ins Leben gerufen, findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Er soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Ressource Wasser schärfen.