Diese Landwirte schonen das Grundwasser

Lutzingen Der Nitratwert im Trinkwasser der Bayerischen Rieswasserversorgung (BRW) liegt laut Pressemitteilung mit 13 Milligramm pro Liter deutlich unterhalb des Grenzwertes von 50 mg/l. Dies sei auch ein Erfolg der langfristigen Kooperation zwischen Rieswasser und dem Bayerischen Bauernverband (BBV) zusammen mit ihren Landwirten, die in den drei Wasserschutzgebieten der BRW ihre Grundstücke bewirtschaften. Jährlich werden in allen drei Wasserschutzgebieten die drei Landwirte mit den niedrigsten Nitrat-Stickstoff-Werten am Ende der Bewirtschaftungsperiode mit Prämien ausgezeichnet.

Die BRW gab im Jahr 2024 rund 6,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus den drei Brunnengebieten in Blindheim, Schwenningen und Steinheim an ihre Kunden ab. Hinter dem sich abzeichnenden Erfolg beim Reduzieren der Nitratbelastungen stehe vor allem eine freiwillige Vereinbarung mit den in den Wasserschutzgebieten tätigen Landwirten. Der finanzielle Ausgleich, den Landwirte für die grundwasserschonend eingeschränkte Bewirtschaftung ihrer Felder und Wiesen von der BRW erhalten, richtet sich nach dem Gehalt an Nitrat-Stickstoff im Boden, der am Ende der Bewirtschaftungsperiode im Herbst gemessen wird.

In allen drei Wasserschutzgebieten wird von einem unabhängigen Untersuchungsinstitut für vergleichbare Böden ein Durchschnittswert für den im Boden gemessenen mineralisierten Stickstoff (Nmin) ermittelt. Erreicht ein Landwirt auf seinen Feldern diesen Wert, werden ihm 320 Euro pro Hektar vergütet. Wer unter dem Mittelwert ist, erhält Zuschläge, wer beim Nitrat über dem Mittelwert ist, bekommt Abzüge. Der Erfolg des Systems zeige sich in der Entwicklung des Nitratgehaltes im Trinkwasser. Der Nitratwert ist aktuell bei 13 mg/, vor Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 1995 waren es laut BRW 24,6 mg/l. Neben der Einhaltung der Nitratgrenzwerte sind für uns als Wasserversorger auch andere Grenzwerte wie Arsen, Blei oder PFAS von Bedeutung. Belastend für das Trinkwasser sind auch Pflanzenschutzmittel wie Atrazin, das schon seit den 1990er Jahren verboten ist.

Auch dieses Jahr prämierte die BRW auf der Goldbergalm in Lutzingen den erfolgreichen Einsatz für das heimische Trinkwasser mit zusätzlichen Prämienzahlungen. Die Auszeichnung erhielten jeweils drei Landwirte aus den Wasserschutzgebieten Blindheim, Schwenningen und Steinheim, deren Wiesen und Felder die geringsten Nitratbelastungen aufweisen. Der 1. Preis im Wasserschutzgebiet Blindheim ging an Thomas Böck (Oberglauheim), gefolgt von Stefan Birkner (Mörslingen) und Barbara Knötzinger (Blindheim-Weilheim). Im WSG Schwenningen erhielt Johann Schweyer (Schwenningen) den 1. Preis. Der 2. Preis ging an Fabian Hurler (Schwenningen), der 3. Preis an Hermann Kraus (Unterglauheim). Im Wasserschutzgebiet Steinheim erhielt die Johann Jall GbR (Deisenhofen) den 1. Preis, gefolgt von Thomas Sorg (Finningen) und ebenfalls der Johann Jall GbR.

Die BRW dankt dem Bayerischen Bauernverband, Kreisverband Dillingen, und allen Landwirten in den drei Wasserschutzgebieten für ihre grundwasserschonende Bodenbewirtschaftung und ihren Einsatz für „das sehr gute heimische Trinkwasser“. Die Bäuerinnen und Bauern, so Werkleiter Bernd Hauber und BRW-Vorsitzender Frank-Markus Merkt, „zeigen seit mehreren Jahrzehnten, dass sie in unserer Heimat sehr verantwortungsbewusst mit dem Grundwasser umgehen“. (AZ, bv)

Auszeichnung Landwirte 2025

Die Bayerische Rieswasserversorgung hat auf der Goldbergalm Landwirte für ihre Grundwasser schonende Bodenbewirtschaftung ausgezeichnet: (von links) Werkleiter Bernd Hauber, Kreisbäuerin Anett Jung, BBV-Kreisobmann Klaus Beyrer, Thomas Sorg, Stefan Birkner, Fabian Hurler, Thomas Schweyer, Benedikt Jall, Thomas Böck, Barbara Knötzinger; Hermann Kraus und BRW-Vorsitzender Frank-Markus Merkt. Foto: BRW